Akteure und Interessen

Wer vertritt was?

Unternehmen, Arbeitgeber, Gewerkschaften und politische Bewegungen: Ihre Positionen erhellen die Debatte, doch alle vertreten auch eigene Interessen.

Illustrationsbild: Das Paul-Henri-Spaak-Gebäude des Europäischen Parlaments in Brüssel
Illustrationsbild, mit KI generiert oder bearbeitet · Bildnachweise

Wie diese Seite zu lesen ist

Eine grundsätzliche Unterstützung ist kein Blankoscheck. Eine Organisation kann die Abkommen unterstützen und gleichzeitig eine bestimmte Massnahme ablehnen. Wir trennen deshalb die allgemeine Position, die Bedingungen und die Streitpunkte. Die Aussagen einer Organisation werden als ihre Argumente dargestellt, nicht als automatisch erwiesene Tatsachen.

1. Industrie und Exportwirtschaft

Prioritäten: Zugang zum europäischen Markt, Rechtssicherheit, Exporte und Innovation.

Unterstützung des Pakets, mit Forderungen

Swissmem

Was sie vertritt: einen möglichst stabilen Zugang zum EU-Markt, die Anerkennung der Produkte und die Teilnahme an Horizon Europe.

Ihre Vorbehalte: einen liberalen Arbeitsmarkt bewahren; Swissmem akzeptiert das Lohnschutzpaket der Massnahmen 1 bis 13 und gibt an, sich nach den ausgehandelten Verbesserungen der Massnahme 14 nicht zu widersetzen. Sie lehnt die Kosten der Teilnahme an Erasmus+ ab.

Offizielle Position von Swissmem

Unterstützung des Pakets, mit Forderungen

economiesuisse

Was sie vertritt: den bilateralen Weg stabilisieren und weiterentwickeln, den Unternehmen einen privilegierten Zugang zum EU-Markt und langfristige Rechtssicherheit sichern.

Ihre Vorbehalte: lehnt die Massnahme 14 zum Kündigungsschutz für Arbeitnehmervertreter ab; verlangt eine verhältnismässige innerstaatliche Umsetzung und eine streng gefasste Schutzklausel.

Offizielle Stellungnahme

2. Arbeitgeber und Unternehmen

Prioritäten: Flexibilität des Arbeitsmarkts, Rahmenbedingungen und Umsetzungskosten.

Bedingte Unterstützung

Schweizerischer Arbeitgeberverband

Position: befürwortet die Lohnschutzmassnahmen 1 bis 13, lehnt aber die Massnahme 14 in der vorgeschlagenen Form ab.

Zu prüfen: das Argument, wonach die Massnahme 14 über den für die Abkommen notwendigen Kompromiss hinausgeht, sowie die möglichen Folgen für den Schutz der Arbeitnehmervertreter.

Offizielle Position des Schweizerischen Arbeitgeberverbands

Gemischte Position: Unterstützung der Massnahmen 1 bis 13, Ablehnung der Massnahme 14 und der Zuwanderungsabgabe

Schweizerischer Gewerbeverband (SGV)

Dokumentierte Position: In seiner Bilanz vom 30. September 2026 unterstützt der SGV die nationalen Massnahmen 1 bis 13, lehnt die Massnahme 14 und die Zuwanderungsabgabe ab und befürwortet das Volks- und Ständemehr für den Teil Stabilisierung. Es handelt sich um eine differenzierte Position zum Paket und zu seiner Umsetzung, nicht um eine pauschale Ablehnung aller Abkommen.

Offizielle Medienmitteilung des SGV, 30. September 2026

3. Arbeitnehmende und Gewerkschaften

Prioritäten: Lohnschutz, Arbeitsbedingungen und Erhalt des Service public.

Bedingte Unterstützung

Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB)

Was er vertritt: geregelte Beziehungen mit der EU und den Erhalt der Lohnschutzmassnahmen.

Seine Vorbehalte: Seine Unterstützung hängt vom Erhalt des Lohnschutzkompromisses ab; er lehnt die im Abkommen vorgesehene vollständige Liberalisierung des Strommarkts ab.

Offizielle Position des SGB

Bedingte Unterstützung

Travail.Suisse

Was sie vertritt: die bilateralen Abkommen, sofern sie von den 14 nationalen Massnahmen zur Sicherung des Lohnschutzes begleitet werden. Die Organisation betont zudem die Garantien im internationalen Verkehr und beim Strom.

Offizielle Position von Travail.Suisse

4. Bewegungen gegen das Paket

Prioritäten: Souveränität, gesetzgeberische Autonomie und Kontrolle der Beziehungen zur EU.

Gegen das Paket

Kompass Europa

Was sie bestreitet: die institutionelle Architektur der Abkommen und die Folgen, die sie der dynamischen Übernahme von EU-Recht zuschreibt. Ihre Aussagen sind mit dem Text der Abkommen und mit unabhängigen Beurteilungen abzugleichen.

Offizielle Website von Kompass Europa

Gegen das Paket

SVP und EDU

Position: Diese Parteien lehnen das Paket ab oder stellen sich grundsätzlich dagegen. Ihre Argumente werden auf der Seite zu den politischen Parteien behandelt.

Zur Übersicht der Parteien

Was dieser Vergleich zeigt — und was nicht

Hauptquellen: offizielle Stellungnahmen der zitierten Organisationen und Zwischenbericht des Bundesrates zur Vernehmlassung.

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